Bestattungsvorsorge
Wünsche zur eigenen Bestattung schriftlich festhalten, Angehörige entlasten und klären, wer im Todesfall entscheidet: Bestattungsvorsorge mit Bestattungsverfügung, verständlich erklärt.
Vorsorge zu Lebzeiten
Mit einer Bestattungsvorsorge legen Sie zu Lebzeiten fest, wie Sie bestattet werden möchten: Erdbestattung oder Kremation, Friedhof oder ein anderer Ort, eine Feier im grossen Kreis oder ein stiller Abschied, eine Beisetzung in der Schweiz oder im Herkunftsland. Halten Sie das nicht fest, entscheiden die Angehörigen, oft innert weniger Tage und unter grossem Druck.
Rechtlich hat Ihr Wille Gewicht: Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts geht das Recht, über die eigene Bestattung zu bestimmen, grundsätzlich dem Bestimmungsrecht der Angehörigen vor. Dafür braucht es kein Notariat. Eine datierte und unterschriebene Bestattungsverfügung genügt, wenn Ihre Angehörigen sie im Todesfall rechtzeitig finden.
Diese Seite erklärt, wer über die Beerdigung bestimmen darf, wie Sie eine Bestattungsverfügung verfassen, was sie von Testament, Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung unterscheidet und welche Wege es gibt, die Kosten zu regeln. Unser Bestattungsinstitut an der Morgenstrasse 148 in Bern-Bümpliz begleitet seit über zehn Jahren Familien jeder Herkunft und Weltanschauung und berät Sie dazu persönlich.

Ablauf
Überlegen Sie, wer im Todesfall Ihre Ansprechperson sein soll, und schreiben Sie es auf. Das ist besonders wichtig, wenn Angehörige in mehreren Ländern leben oder eine Lebenspartnerin oder ein Lebenspartner ohne Trauschein entscheiden soll.
Wir setzen uns zusammen, bei uns in Bern-Bümpliz, bei Ihnen zu Hause oder am Telefon. Sie erzählen, was Ihnen wichtig ist, wir erklären die Möglichkeiten und die Regeln Ihrer Gemeinde. Das Gespräch ist kostenlos und verpflichtet zu nichts.
Bestattungsart, Grabart und Friedhof, Trauerfeier, Musik und Texte, Todesanzeige, wer benachrichtigt wird, ob eine Überführung ins Ausland gewünscht ist. Wir gehen die Punkte gemeinsam durch, damit nichts offen bleibt.
Ihre Wünsche halten Sie in einer schriftlichen Bestattungsanordnung fest, mit Ort, Datum und eigenhändiger Unterschrift. Sie behalten ein Exemplar, auf Wunsch bewahren wir eines auf, und Angehörige erhalten eine Kopie oder den Hinweis, wo das Dokument liegt.
Wir erstellen eine Kostenaufstellung nach heutigen Preisen mit allen Positionen einzeln. Ob und wie Sie die Kosten vorab sichern möchten, entscheiden Sie selbst; wir erklären die üblichen Wege ohne Verkaufsgespräch.
Ihre Angehörigen rufen uns an, rund um die Uhr. Ihre Verfügung liegt vor, und wir setzen um, was Sie bestimmt haben. Niemand muss in den ersten Stunden raten, was Sie gewollt hätten.
Im Detail
Viele Menschen schreiben ihre Bestattungswünsche ins Testament. Das ist gut gemeint, kommt aber oft zu spät: Die Behörde eröffnet ein Testament erst, nachdem es ihr eingeliefert wurde, und das Gesetz gibt ihr dafür einen Monat Zeit. Gemeinden wie Wila und Gränichen weisen deshalb darauf hin, dass die Testamentseröffnung in der Regel erst nach der Bestattung erfolgt. Halten Sie Ihre Bestattungswünsche deshalb in einem eigenen Dokument fest und bewahren Sie es dort auf, wo Ihre Angehörigen es in den ersten Stunden finden.
Diese Frage führt in Familien häufiger zu Streit als die Kosten. Die Antwort folgt in der Schweiz einer klaren Grundregel, die Einzelheiten regeln aber Kantone und Gemeinden selbst. Deshalb gibt es von Ort zu Ort Unterschiede.
An erster Stelle steht der Wille der verstorbenen Person. Das Bundesgericht hat im Entscheid BGE 129 I 173 festgehalten, dass das Recht, über den eigenen Leichnam und die Bestattung zu bestimmen, über den Tod hinaus wirkt und grundsätzlich Vorrang vor dem Bestimmungsrecht der Angehörigen hat. Im damaligen Fall wünschte der Ehemann eine Bestattung im Ausland; die Verstorbene hatte in einem handschriftlichen Nachtrag zum Testament eine Kremation und eine Urnenbeisetzung am Zürichsee verlangt. Ihr Wunsch setzte sich durch.
Fehlt eine Willensäusserung, bestimmen die nächsten Angehörigen. Auch ihr Recht schützt das Bundesgericht, gestützt auf die persönliche Freiheit. Wer genau als nächste Angehörige gilt, legen viele Bestattungsverordnungen nicht fest. Der Kanton Zürich ist ausführlicher und nennt der Reihe nach:
Diese Reihenfolge gilt im Kanton Zürich nur für Personen, die bis zum Tod regelmässigen persönlichen Kontakt hatten. Sind sich die Berechtigten uneinig oder ist niemand da, ordnet dort die Gemeinde an und berücksichtigt dabei den mutmasslichen Willen der verstorbenen Person. Die Berner Bestattungsverordnung regelt dagegen vor allem gesundheitspolizeiliche Fragen und enthält keine solche Rangfolge; massgebend sind die Regeln der Gemeinde und die Rechtsprechung.
Für die Praxis heisst das: Ohne schriftliche Verfügung kann ein Streit unter Angehörigen die Bestattung verzögern. Kommt es so weit, sollten Sie früh eine Rechtsberatung beiziehen; wir ersetzen sie nicht. Eine klare Bestattungsverfügung verhindert die meisten dieser Konflikte, bevor sie entstehen.
Bestattungsverfügung, Bestattungsanordnung, Bestattungswunsch oder «Anordnungen für den Todesfall»: Die Begriffe meinen in der Praxis dasselbe Dokument. Eine Bestattungsverfügung ist kein Testament im juristischen Sinn, die strengen Formvorschriften des Erbrechts gelten nicht. Gemeinden wie Wila und Gränichen halten fest, dass ein maschinen- oder handgeschriebener Brief genügt, der datiert und eigenhändig unterschrieben ist. Eine Kremationsverfügung ist eine Bestattungsverfügung, die vor allem die Feuerbestattung festhält.
Damit die Verfügung im Ernstfall hilft, sollte sie diese Angaben enthalten:
Bewahren Sie die Verfügung bei Ihren persönlichen Papieren auf und sagen Sie Ihren Angehörigen, wo sie liegt. Einige Gemeinden nehmen Bestattungswünsche zur Aufbewahrung entgegen, leiten sie bei einem Umzug aber nicht automatisch weiter. Pro Senectute Kanton Bern bietet die Broschüre «Anordnungen für den Todesfall» kostenlos an; sie empfiehlt, dass Ehepaare je eine eigene ausfüllen. Ändern Sie Ihre Wünsche, ersetzen Sie die alte Fassung durch eine neue mit aktuellem Datum.
Die vier Dokumente ergänzen sich, ersetzen einander aber nicht. Wer umfassend vorsorgen möchte, braucht meist mehr als eines:
Wir beraten Sie zur Bestattungsvorsorge. Für Testament und Vorsorgeauftrag sagen wir Ihnen offen, wann eine Notarin, ein Notar oder eine Rechtsberatung der richtige Weg ist.
In der Schweiz gibt es für Urnen keine allgemeine Friedhofspflicht. Für einen Sarg gilt das nicht: Im Kanton Bern dürfen Erdbestattungen nur auf Friedhöfen erfolgen. Urnen oder offene Asche dürfen dagegen auch ausserhalb von Friedhöfen beigesetzt werden, unter Vorbehalt der bau- und umweltrechtlichen Vorschriften. Im Kanton Zürich setzt die Gemeinde die Urne auf dem Gemeindefriedhof bei, sofern die berechtigte Person nichts anderes wünscht, und händigt sie den Angehörigen auf Wunsch aus.
Für Ihre Vorsorge heisst das: Wenn Sie möchten, dass die Urne bei der Familie bleibt, in der Natur beigesetzt oder geteilt wird, schreiben Sie es ausdrücklich in die Verfügung. Ohne diesen Hinweis landet die Urne meist auf dem Friedhof der Wohngemeinde. Was beim Verstreuen der Asche gilt, steht unter Asche verstreuen in der Schweiz, die Formen der Beisetzung unter Urnenbeisetzung.
Soll die Bestattung im Herkunftsland stattfinden, gelten zusätzlich die Regeln des Ziellandes, die oft strenger sind als die schweizerischen. Halten Sie diesen Wunsch früh fest, denn er bestimmt von der ersten Stunde an, wie wir die verstorbene Person versorgen und einsargen. Mehr dazu unter Überführung ins Ausland.
Eine Bestattungsvorsorge kann rein inhaltlich sein: Sie halten Ihre Wünsche fest, die Kosten trägt später der Nachlass oder die Familie. Viele Menschen möchten aber auch das Finanzielle regeln, damit die Angehörigen nicht in Vorleistung gehen müssen. Dafür gibt es im Wesentlichen drei Wege: eigenes, zweckgebundenes Sparen, eine Todesfall- oder Sterbegeldversicherung und die Vorauszahlung an ein Bestattungsinstitut.
Jeder Weg hat Vor- und Nachteile. Fragen Sie in jedem Fall nach: Wo liegt das Geld, und was geschieht damit, wenn der Anbieter nicht mehr besteht? Können Sie das Bestattungsinstitut frei wählen? Gilt die Leistung auch für eine Überführung aus der Schweiz ins Herkunftsland? Was passiert, wenn Sie Ihre Wünsche ändern oder umziehen? Lassen Sie sich die Antworten schriftlich geben.
Wir vermitteln keine Versicherungen. Was wir liefern, ist die Kostenseite: eine Aufstellung, was Ihre Bestattung oder Überführung nach heutigen Preisen kostet. Damit können Sie beurteilen, ob eine Absicherung ausreicht. Einen nüchternen Vergleich der Formen finden Sie unter Rückführungsversicherung, die Kostenpositionen unter Bestattungskosten in der Schweiz.
Fragen & Antworten
Das Beratungsgespräch und das Festhalten Ihrer Wünsche in einer Bestattungsverfügung kosten bei uns nichts. Kosten entstehen erst bei der Bestattung selbst, nach den Leistungen, die Sie gewählt haben. Auf Wunsch erhalten Sie vorab eine Kostenaufstellung nach heutigen Preisen.
Entscheidend ist nicht das Testament, sondern ob die verstorbene Person ihren Willen zur Bestattung geäussert hat. Wenn ja, geht dieser Wille nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts grundsätzlich vor. Wenn nicht, bestimmen die nächsten Angehörigen; im Kanton Zürich zuerst die Ehe- oder Lebenspartnerin bzw. der Partner, dann die Kinder, dann Eltern und Geschwister. Andere Gemeinden regeln das teils anders.
Nein. Eine Bestattungsverfügung ist kein Testament im juristischen Sinn. Ein Brief, von Hand oder am Computer geschrieben, mit Ort, Datum und eigenhändiger Unterschrift genügt in der Regel. Wichtiger als die Form ist, dass Ihre Angehörigen das Dokument im Todesfall rasch finden.
In der Praxis keiner. Beide Begriffe, ebenso «Bestattungswunsch» oder «Anordnungen für den Todesfall», bezeichnen das Dokument, in dem Sie Ihre Wünsche zur Bestattung festhalten.
Eine Bestattungsverfügung, in der Sie festhalten, dass Sie eine Kremation wünschen. Schreiben Sie dazu am besten auch, was mit der Urne geschehen soll: Urnengrab, Nische, Gemeinschaftsgrab, Natur oder Übergabe an die Familie.
Für einen Sarg ja: Im Kanton Bern etwa sind Erdbestattungen nur auf Friedhöfen erlaubt. Für Urnen gibt es keine allgemeine Friedhofspflicht. Die Urne kann der Familie übergeben oder unter Auflagen ausserhalb eines Friedhofs beigesetzt werden; die Regeln unterscheiden sich je nach Kanton und Gemeinde.
Ja, auf verschiedenen Wegen: eigenes Sparen, eine Versicherung oder eine Vorauszahlung. Fragen Sie vor jedem Vertrag, wo das Geld liegt, ob Sie das Bestattungsinstitut frei wählen können und was bei einer Änderung Ihrer Wünsche gilt. Wir erklären Ihnen die Wege neutral und vermitteln keine Produkte.
Jederzeit. Schreiben Sie eine neue Fassung mit aktuellem Datum und Unterschrift, vernichten Sie die alte und informieren Sie alle, die eine Kopie haben. Bei einem Umzug lohnt sich ein Blick auf die Regeln der neuen Gemeinde. Rufen Sie uns an, rund um die Uhr: +41 79 861 25 51.
Ratgeber
Die Schritte der ersten Stunden und Tage, geordnet nach Dringlichkeit — mit den gesetzlichen Fristen, den Kosten und dem, was sich ändert, wenn die Bestattung im Herkunftsland stattfinden soll.
Gebühren in Zürich, Bern und Basel im Vergleich, was die Gemeinde übernimmt, was Angehörige selbst zahlen und wer zahlt, wenn der Nachlass nicht reicht — mit Quellen.
Viele Familien zahlen für eine Deckung, die sie bereits haben — oder verlassen sich auf eine, die im Ernstfall nicht greift. Ein nüchterner Blick.
Weitere Dienstleistungen
Die klassische Bestattung im Sarg — Grabwahl, Termin, Zeremonie und alle Formalitäten.
Mehr erfahrenFeuerbestattung mit anschliessender Urnenbeisetzung, Naturbestattung oder Überführung der Urne.
Mehr erfahrenAbdankung, Aufbahrung und Abschiednahme — religiös oder frei gestaltet, ganz persönlich.
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