Organisation
Nach einem Todesfall müssen Dutzende Stellen informiert werden. Diese Liste ordnet sie nach Dringlichkeit — damit nichts vergessen geht und nichts unnötig Druck macht.
Ein durchschnittliches Leben hinterlässt eine erstaunliche Zahl von Verträgen. Nach einem Todesfall müssen sie beendet oder überschrieben werden — und jede Stelle verlangt ihre eigenen Dokumente.
Diese Liste ist nach Dringlichkeit geordnet. Der erste Teil sollte in den ersten Wochen erledigt werden, weil Fristen laufen oder Geld fliesst. Der zweite Teil hat Zeit, auch wenn Werbebriefe an eine verstorbene Person schmerzhaft sind.
Hier laufen Fristen oder es geht um Zahlungen, die sonst weiterlaufen oder verloren gehen:
Diese Stellen können warten, sollten aber nicht vergessen gehen — hier laufen sonst monatlich Beträge weiter:
Viele Anbieter akzeptieren im Todesfall eine ausserordentliche Kündigung auf das Monatsende, auch wenn der Vertrag längere Fristen vorsieht. Legen Sie der Kündigung eine Kopie der Todesurkunde bei und bitten Sie ausdrücklich um Auflösung per sofort. Das funktioniert häufiger, als man erwartet — fragen kostet nichts.
Ein Bereich, an den kaum jemand denkt und der Angehörige oft am längsten beschäftigt: E-Mail-Konten, soziale Netzwerke, Cloud-Speicher, Streaming-Dienste, Online-Shops, Domains, Zahlungsdienste, allenfalls Kryptowährungen.
Ohne Zugangsdaten ist der Aufwand erheblich. Grosse Anbieter bieten Verfahren für Hinterbliebene an — teilweise mit Gedenkzustand für Profile, teilweise mit Löschung gegen Vorlage der Todesurkunde. Rechnen Sie mit Bearbeitungszeiten von mehreren Wochen.
Wer selbst vorsorgen möchte: Eine Liste der wichtigsten Zugänge, hinterlegt bei einer Vertrauensperson oder in einem Passwortmanager mit Notfallzugriff, erspart der Familie später viele Stunden. Mehr zum Thema unter Bestattungsvorsorge.
Bestellen Sie beim Zivilstandsamt gleich mehrere Exemplare der Todesurkunde. Fast jede Stelle verlangt eines, viele akzeptieren nur Originale oder beglaubigte Kopien. Nachbestellen ist möglich, kostet aber Zeit und Gebühren.
Führen Sie eine einfache Liste: Wen habe ich wann informiert, welche Dokumente verlangt wurden, was noch offen ist. Nach der zwanzigsten Stelle weiss niemand mehr, was erledigt ist — und doppelte Anrufe kosten Nerven, die Sie besser anderweitig einsetzen.
Und: Sie müssen das nicht allein machen. Verteilen Sie die Liste in der Familie. Es gibt keinen Grund, weshalb eine Person alle Telefonate führen sollte.
Fragen & Antworten
Erfahrungsgemäss zwischen fünf und zehn. Banken, Versicherungen, Pensionskasse, Grundbuchamt und grössere Anbieter verlangen in der Regel ein eigenes Exemplar. Bestellen Sie lieber zwei zu viel als eines zu wenig — die Nachbestellung dauert und kostet erneut.
Ja. Für das laufende Jahr bis zum Todestag ist eine Steuererklärung einzureichen; zuständig sind die Erben. Die Steuerverwaltung informiert in der Regel von sich aus über das Vorgehen und gewährt auf Anfrage meist eine Fristverlängerung.
Der Mietvertrag geht auf die Erben über. Sie können ihn unter Einhaltung der gesetzlichen Frist auf den nächsten zulässigen Termin kündigen. Viele Vermieter zeigen sich bei einem Todesfall kulant und lassen eine frühere Auflösung zu, insbesondere wenn eine Nachmieterin gefunden wird.
In der Regel die Erben oder eine von ihnen bevollmächtigte Person. Für die meisten Kündigungen genügt eine Kopie der Todesurkunde; bei Banken, Versicherungen mit Auszahlung und Grundbuchgeschäften wird zusätzlich die Erbenbescheinigung verlangt.