Abschied gestalten
Eine Trauerfeier soll zu einem Menschen passen, nicht zu einer Vorlage. Was Sie gestalten können, welche Entscheidungen anstehen und woran man am besten früh denkt.
Die Trauerfeier ist für viele Angehörige der Moment, an den sie sich später erinnern. Nicht an die Formulare, nicht an die Kosten — an diese eine Stunde. Entsprechend lohnt es sich, sie bewusst zu gestalten.
Es gibt dabei kaum Vorschriften. Ob religiös oder frei, mit fünf oder mit fünfhundert Gästen, in der Kirche, in der Abdankungshalle oder im Freien: Fast alles ist möglich. Dieser Ratgeber zeigt die Entscheidungen, die anstehen, und in welcher Reihenfolge sie sinnvoll getroffen werden.
Die meisten Trauerfeiern in der Schweiz folgen einer ähnlichen Dramaturgie. Sie dauern zwischen 30 und 60 Minuten und lassen sich an jedem Punkt anpassen:
Bei einer kirchlichen Abdankung übernimmt die Pfarrperson die Leitung; Ablauf, Texte und Lieder folgen der jeweiligen Liturgie. Sie ist für viele Familien der vertraute Rahmen und nimmt Entscheidungsdruck ab.
Bei einer freien Trauerfeier gestaltet eine weltliche Rednerin oder die Familie selbst den Ablauf. Alles ist wählbar: Texte, Musik, Reihenfolge, Ort. Das eröffnet Freiheiten und verlangt zugleich mehr Vorbereitung.
Wenn religiöse Vorschriften eine Rolle spielen — rituelle Waschung, Gebet, eine bestimmte Ausrichtung des Grabes oder eine zeitnahe Bestattung —, richten wir den gesamten Ablauf danach aus. Näheres unter Bestattung nach religiösem Ritus.
Zwischen Todesfall und Abdankung liegen in der Schweiz üblicherweise ein bis zwei Wochen. Für Angehörige, die aus dem Ausland anreisen müssen, ist das oft zu knapp — Flüge, Ferien und Visa lassen sich nicht in wenigen Tagen organisieren. In diesem Fall lohnt es sich, zuerst zu kremieren und die Feier später mit der Urne abzuhalten. Dann bestimmen Sie den Termin frei. Sagen Sie uns im ersten Gespräch, wer anreisen muss.
Bei der Musik gibt es keine Regeln ausser jenen, die eine Kirchgemeinde für ihre Räume aufstellt. Live gespielt oder ab Aufnahme, klassisch oder das Lieblingslied — das Stück, das zur Person passt, ist das richtige. Klären Sie technische Fragen früh ab: Nicht jede Abdankungshalle verfügt über eine gute Tonanlage.
Bei der Floristik reicht die Spanne vom einzelnen Strauss bis zum aufwendigen Sargschmuck. Eine Alternative, die viele Familien wählen: In der Todesanzeige wird statt Blumenspenden um eine Spende an eine Organisation gebeten, die der verstorbenen Person wichtig war.
Fotos, ein Erinnerungstisch mit persönlichen Gegenständen, ein Kondolenzbuch — das sind Details, die eine Feier persönlich machen und wenig kosten. Sie brauchen nur jemanden, der rechtzeitig daran denkt.
Damit das erste Gespräch effizient wird, hilft es, folgende Punkte vorbereitet zu haben — soweit möglich. Fehlt etwas, klären wir es gemeinsam:
Fragen & Antworten
Zwischen Todesfall und Abdankung liegen in der Schweiz üblicherweise ein bis zwei Wochen. Das reicht für eine sorgfältige Planung. Müssen Angehörige aus dem Ausland anreisen oder soll zuerst kremiert und die Feier später mit der Urne abgehalten werden, lässt sich der Termin auch deutlich später ansetzen.
Ja. Eine freie Trauerfeier ist überall möglich — in der Abdankungshalle des Friedhofs, in einem Saal, im Garten oder an einem Ort, der für die verstorbene Person Bedeutung hatte. Wir vermitteln freie Rednerinnen und Redner und organisieren den Raum.
Das hängt fast vollständig vom Umfang ab. Die Benutzung der Abdankungshalle ist in vielen Gemeinden für Einwohnerinnen und Einwohner kostenlos. Kosten entstehen durch Floristik, Redner oder Musiker, Todesanzeige, Programmhefte und Leidmahl. Eine Aufschlüsselung finden Sie unter Bestattungskosten in der Schweiz.
Ja, und viele Familien wünschen das. Wir organisieren eine Abschiednahme in der Schweiz für den Freundes- und Kollegenkreis, bevor die verstorbene Person überführt wird; die eigentliche Bestattung findet dann im Zielland statt. So können beide Kreise Abschied nehmen.