Überführung ins Ausland

Überführung zwischen der Schweiz und Deutschland

Die Strecke ist kurz und der Papierweg gut eingespielt. Der wesentliche Unterschied liegt nicht im Transport, sondern im Bestattungsrecht — besonders dann, wenn eine Urne im Spiel ist.

Zwischen der Schweiz und Deutschland gehört die Überführung zu den unkompliziertesten überhaupt: kurze Distanz, Strassentransport in wenigen Stunden, beide Länder sind dem Strassburger Abkommen beigetreten.

Eine Besonderheit gibt es trotzdem, und sie überrascht Familien regelmässig: Der Umgang mit Urnen ist in beiden Ländern unterschiedlich geregelt. Was in der Schweiz selbstverständlich ist, ist in Deutschland teils nicht zulässig.

Der Transportweg

Für diese Strecke ist der Strassentransport praktisch immer die richtige Wahl. Er ist schneller als jede Flugverbindung, sobald man An- und Abfahrt zu den Flughäfen einrechnet, und deutlich günstiger, weil die Luftfracht entfällt.

Ein Flug lohnt sich allenfalls bei sehr weit entfernten Zielregionen in Norddeutschland — und auch dort ist die Rechnung knapp.

Welche Dokumente nötig sind

Weil beide Länder dem Strassburger Abkommen angehören, wird der Schweizer Leichenpass in Deutschland anerkannt. Eine Apostille ist in der Regel nicht erforderlich.

  • Leichenpass der zuständigen kantonalen Stelle
  • Todesurkunde des Schweizer Zivilstandsamts, in mehreren Ausfertigungen
  • Ärztliche Bescheinigung zur Todesursache mit dem Vermerk, dass keine übertragbare Krankheit vorliegt
  • Einsargungsbescheinigung
  • Reisepass oder Identitätskarte der verstorbenen Person
  • Angaben zum Bestattungsort und zum aufnehmenden Bestattungsunternehmen in Deutschland

Der wichtige Unterschied: Friedhofszwang

Das ist der Punkt, der in der Praxis die meisten Rückfragen auslöst.

In der Schweiz darf die Urne den Angehörigen ausgehändigt werden. Sie zu Hause aufzubewahren oder die Asche zu verstreuen ist grundsätzlich zulässig.

In Deutschland gilt in den meisten Bundesländern ein Friedhofszwang: Die Asche muss auf einem Friedhof oder in einer dafür zugelassenen Anlage beigesetzt werden. Eine Aufbewahrung zu Hause ist dort regelmässig nicht erlaubt.

Für eine Urnenüberführung nach Deutschland heisst das: Der Beisetzungsort muss vor der Einreise feststehen, und die Friedhofsverwaltung wird ihn bestätigen wollen. Das ist kein Hindernis — aber es ist ein Schritt, den man nicht auslassen kann.

Erst der Beisetzungsort, dann der Transport

Bei einer Urnenüberführung nach Deutschland wird der Beisetzungsort vorab verlangt. Klären Sie ihn mit der Friedhofsverwaltung, bevor die Urne die Schweiz verlässt.

Bestattung von Deutschen in der Schweiz

Auch der umgekehrte Fall kommt häufig vor: Eine deutsche Staatsangehörige stirbt in der Schweiz und soll hier bestattet werden — oder umgekehrt zurückgeführt werden.

Für die Bestattung in der Schweiz ist die Staatsangehörigkeit nicht entscheidend. Massgeblich sind der Sterbeort und das Reglement der Gemeinde, in der beigesetzt werden soll. Manche Gemeinden erheben für Auswärtige höhere Gebühren oder verlangen einen Wohnsitznachweis — das klären wir vorab ab.

Für die Rückführung nach Deutschland gilt der oben beschriebene Weg.

Dauer

Bei vollständigen Unterlagen ist eine Überführung nach Deutschland in der Regel innerhalb von zwei bis drei Werktagen umsetzbar — die Fahrzeit selbst beträgt je nach Zielregion wenige Stunden.

Wie überall entstehen Verzögerungen fast ausschliesslich auf der Papierseite: fehlende Ausweisdokumente, ein Todesfall vor dem Wochenende, oder ein noch nicht bestätigter Beisetzungsort.

Fragen & Antworten

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich für Deutschland eine Apostille?

In der Regel nicht. Beide Länder sind dem Strassburger Abkommen beigetreten, weshalb der Schweizer Leichenpass anerkannt wird.

Darf ich eine Urne selbst nach Deutschland bringen?

Rechnen Sie damit, dass der Beisetzungsort vorab nachgewiesen werden muss und die Aufbewahrung zu Hause dort nicht zulässig ist. Klären Sie den Weg vorher ab — Details im Ratgeber Urnentransport durch Angehörige.

Kann eine deutsche Staatsangehörige in der Schweiz bestattet werden?

Ja. Massgeblich ist nicht die Staatsangehörigkeit, sondern das Reglement der Gemeinde. Einzelne Gemeinden verlangen einen Wohnsitzbezug oder erheben höhere Gebühren für Auswärtige.

Ist der Strassentransport günstiger als der Flug?

Auf dieser Strecke fast immer. Die Luftfracht entfällt, und die Fahrzeit ist kürzer als Anfahrt, Abfertigung und Abholung an zwei Flughäfen zusammen.

Was ist mit einer Kremation in der Schweiz und Beisetzung in Deutschland?

Das ist ein häufiger und unkomplizierter Weg. Die Kremation erfolgt hier, die Urne wird nach Deutschland überführt und dort auf einem Friedhof beigesetzt. Der Beisetzungsort muss vorher feststehen.

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Rufen Sie an, auch wenn Sie noch nicht wissen, welche Schritte nötig sind. Das erste Gespräch kostet nichts und schafft Klarheit.

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