Ablauf & Fristen

Wie lange dauert eine Überführung ins Ausland?

Kaum eine Frage wird uns am Telefon häufiger gestellt — und kaum eine wird im Internet schlechter beantwortet. Dieser Ratgeber nennt realistische Zeiträume und erklärt, wovon sie abhängen.

«Wie lange dauert das?» ist fast immer die zweite Frage, gleich nach den Kosten. Sie hat einen ernsten Hintergrund: Angehörige im Zielland warten, teilweise ist bereits ein Begräbnistermin angesetzt, und in manchen Traditionen soll die Beisetzung so rasch wie möglich stattfinden.

Eine seriöse Antwort besteht nicht aus einer einzigen Zahl. Eine Überführung ist eine Kette aus behördlichen, medizinischen und logistischen Schritten — und die Kette ist immer so schnell wie ihr langsamstes Glied. Welches das ist, lässt sich nach einem kurzen Gespräch meist recht genau sagen.

Die kurze Antwort

Wenn nichts Aussergewöhnliches vorliegt und der Todesfall in der Schweiz eingetreten ist, bewegt sich eine Überführung ins europäische Ausland typischerweise im Bereich weniger Werktage. Bei Zielen ausserhalb Europas kommt die Flugverbindung als bestimmender Faktor hinzu.

Aussergewöhnlich heisst in diesem Zusammenhang: ein aussergewöhnlicher Todesfall mit Einschaltung der Staatsanwaltschaft, eine noch fehlende Todesbescheinigung, ein Zielland mit konsularischer Legalisierungspflicht oder ein Wochenende beziehungsweise Feiertag, an dem die zuständigen Stellen geschlossen sind.

Was wir Ihnen im ersten Gespräch nennen, ist deshalb keine Marketingzahl, sondern eine Spanne mit Begründung — und der Hinweis, welcher Schritt in Ihrem Fall der kritische ist.

Was die Dauer wirklich bestimmt

Diese fünf Punkte entscheiden in der Praxis über den Zeitplan. Alles andere ist nachgeordnet.

  • Die ärztliche Todesbescheinigung — ohne sie beginnt nichts. Im Spital liegt sie meist innert Stunden vor, bei einem Todesfall zu Hause hängt es davon ab, wie schnell ein Arzt vor Ort ist.
  • Die Freigabe durch die Behörde — bei einem aussergewöhnlichen Todesfall entscheidet die Staatsanwaltschaft über die Freigabe des Leichnams. Dieser Schritt lässt sich nicht beschleunigen und ist der häufigste Grund für längere Wartezeiten.
  • Der Leichenpass — das internationale Transportdokument wird vom Zivilstandsamt beziehungsweise der zuständigen kantonalen Stelle ausgestellt. Bei vollständigen Unterlagen geht das zügig, an Randzeiten und über Feiertage nicht.
  • Die Vorschriften des Ziellandes — manche Länder verlangen zusätzlich die Legalisierung der Dokumente durch ihr Konsulat in der Schweiz. Das kostet Tage, nicht Stunden, und lässt sich nur durch frühzeitiges Einreichen abfedern.
  • Die Flugverbindung — nicht jede Fluggesellschaft nimmt Sargfracht auf jeder Strecke an, und nicht an jedem Tag. Bei Zielen mit wenigen Direktverbindungen bestimmt der Flugplan den Termin, nicht der Papierkram.

Der Zeitplan Schritt für Schritt

In der Reihenfolge, in der die Schritte tatsächlich ablaufen: Zuerst die Abholung — die organisieren wir rund um die Uhr, in der Regel innerhalb weniger Stunden nach Ihrem Anruf. Danach die hygienische Versorgung und die Einsargung nach den Vorschriften des Ziellandes.

Parallel dazu läuft die Dokumentenbeschaffung: Todesbescheinigung, Todesurkunde, Leichenpass, je nach Zielland eine Bescheinigung über die Todesursache und die Bestätigung, dass keine ansteckende Krankheit vorliegt. Diese Schritte laufen nebeneinander, nicht nacheinander — das ist der grösste Zeitgewinn und der Grund, warum Erfahrung hier zählt.

Erst wenn Sarg und Papiere zusammenpassen, wird die Fracht gebucht. Die eigentliche Reise ist dann der kürzeste Teil des Vorgangs: ein Flug dauert Stunden, ein Strassentransport ins nahe europäische Ausland ebenfalls nur einen Tag.

Den vollständigen Ablauf mit allen Zwischenschritten finden Sie auf der Seite Ablauf einer Überführung.

Warum Freitagnachmittag zählt

Der Wochentag hat mehr Einfluss auf die Dauer als die Distanz. Ein Todesfall am Dienstagmorgen wird anders getaktet als einer am Freitagabend — Zivilstandsämter, Konsulate und Frachtabteilungen sind am Wochenende geschlossen. Wenn Sie uns früh anrufen, können wir manchmal noch am selben Tag die entscheidenden Unterlagen einreichen und damit zwei Tage sparen.

Wenn es aus religiösen Gründen schnell gehen muss

In mehreren Glaubenstraditionen soll die Beisetzung möglichst rasch nach dem Tod erfolgen. Das ist uns vertraut, und wir richten den Ablauf danach aus, so weit die Schweizer und die zielländischen Vorschriften es zulassen.

Was wir zusagen können: Wir holen rund um die Uhr ab, wir reichen Unterlagen am selben Tag ein, und wir prüfen die früheste tatsächlich buchbare Verbindung statt der bequemsten. Was wir nicht zusagen können, ist die Umgehung einer behördlichen Freigabe — dafür gibt es keinen legalen Weg, und jeder Anbieter, der das verspricht, sagt Ihnen nicht die Wahrheit.

Sagen Sie uns im ersten Gespräch, ob eine Frist einzuhalten ist. Danach richten wir die Reihenfolge der Schritte aus.

Was Sie selbst beschleunigen können

Drei Dinge helfen mehr als alles andere. Erstens: Rufen Sie früh an, auch wenn noch nicht alles entschieden ist. Vieles lässt sich vorbereiten, bevor die letzte Entscheidung gefallen ist.

Zweitens: Halten Sie die Ausweisdokumente der verstorbenen Person bereit — Pass oder Identitätskarte, Aufenthaltsbewilligung, gegebenenfalls die Angaben zum Zielort der Beisetzung. Fehlende Ausweispapiere sind ein häufiger und völlig vermeidbarer Zeitverlust.

Drittens: Benennen Sie eine Ansprechperson in der Familie. Wenn Rückfragen an drei Personen gleichzeitig gehen, dauert alles länger. Bei uns haben Sie eine feste Ansprechperson mit direkter Nummer — dasselbe auf Ihrer Seite spart am meisten Zeit.

Was eine Überführung kostet und welche Posten dazugehören, lesen Sie im Ratgeber Was kostet eine Überführung ins Ausland.

Fragen & Antworten

Häufig gestellte Fragen

Wie schnell kann eine Überführung frühestens stattfinden?

Wenn die Todesbescheinigung vorliegt, keine behördliche Untersuchung nötig ist, das Zielland keine Legalisierung verlangt und eine Frachtverbindung frei ist, sind wenige Tage realistisch. Alle vier Bedingungen gleichzeitig sind allerdings eher die Ausnahme als die Regel.

Warum dauert es bei einem aussergewöhnlichen Todesfall länger?

Weil der Leichnam erst nach Freigabe durch die Staatsanwaltschaft transportiert werden darf. Wie lange die Abklärung dauert, entscheidet die Behörde — darauf hat kein Bestattungsinstitut Einfluss. Wir bereiten in dieser Zeit alles Übrige vor, damit nach der Freigabe kein weiterer Tag verloren geht.

Geht der Landweg schneller als der Flug?

Bei Zielen im nahen europäischen Ausland häufig ja — der Strassentransport ist nicht an Flugpläne und Frachtannahmezeiten gebunden und oft auch günstiger. Bei weiteren Distanzen ist der Luftweg klar im Vorteil. Wir prüfen beides für jede Strecke.

Kann die Familie im Zielland schon einen Termin ansetzen?

Bitte erst, wenn die Fracht bestätigt ist. Ein vorschnell angesetzter Termin erzeugt Druck, den niemand braucht, und muss im Zweifel verschoben werden. Sobald die Buchung steht, nennen wir Ihnen die Ankunftszeit — dann können Sie planen.

Was passiert am Wochenende?

Wir sind rund um die Uhr erreichbar und holen auch nachts und an Feiertagen ab. Behörden und Konsulate sind es nicht. Der praktische Effekt: Die ersten Schritte laufen sofort, die dokumentenabhängigen beginnen am nächsten Werktag.

Wie erfahre ich, wo die Überführung gerade steht?

Sie bekommen von uns eine feste Ansprechperson mit direkter Nummer. Wir melden uns bei jedem erreichten Zwischenschritt — Sie müssen nicht nachfragen, um informiert zu bleiben.

Wir sind für Sie da — rund um die Uhr.

Rufen Sie an, auch wenn Sie noch nicht wissen, welche Schritte nötig sind. Das erste Gespräch kostet nichts und schafft Klarheit.

+41 79 133 90 99 24h-Notruf