Sarg und Ausstattung
Ob Erdbestattung oder Kremation: Einen Sarg braucht es fast immer. Welche Holzarten üblich sind, was Krematorien verlangen und wann die Gemeinde den Sarg übernimmt.
Ein Sarg gehört in der Schweiz zu fast jeder Bestattung, auch zur Kremation. Rund 90 Prozent der Verstorbenen werden kremiert, und doch braucht es für jede und jeden einen Sarg, wie ein Bericht über den grössten Schweizer Sarghersteller festhält. Die Wahl fällt meist in den ersten ein bis zwei Tagen, oft im Gespräch mit dem Bestatter.
Diese Seite hilft Ihnen, die Entscheidung in Ruhe zu treffen: welche Holzarten und Formen es gibt, was zur Ausstattung gehört, was Krematorien und Friedhöfe vorschreiben, was ein Sarg kostet und wann die Gemeinde ihn unentgeltlich stellt. Die Preise stammen aus amtlichen Listen und Medienberichten und sind als Richtwerte zu verstehen.
Schweizer Särge bestehen fast immer aus Weichholz. Früher war Pappel das übliche Material, heute macht Tanne beim grössten Hersteller rund die Hälfte der Produktion aus; vier von fünf Verstorbenen liegen in Särgen aus Schweizer Produktion. Die Basler Wegleitung nennt Tanne und Pappel ausdrücklich als üblich.
Welches Holz passt, hängt weniger vom Geschmack ab als von drei Fragen: Wird die verstorbene Person kremiert oder in der Erde beigesetzt? Ist eine Aufbahrung am offenen Sarg geplant, bei der der Sarg über Tage sichtbar ist? Und welcher Betrag ist für die ganze Bestattung vorgesehen? Bei einer Kremation ohne Aufbahrung wählen viele Familien bewusst ein schlichtes Modell und setzen das Geld lieber für die Trauerfeier oder das Grab ein.
Was die Stadt Zürich zur Auswahl anbietet, zeigt die Bandbreite gut:
Bei der Form hat die Schweiz eine Eigenheit: Der übliche Sarg hat keine rechten Winkel, sondern ist an Kopf- und Fussende abgekantet. Diese Form gilt laut Hersteller in der ganzen Schweiz als Standard. Daneben gibt es Truhenformen und Särge mit gewölbtem Deckel. Särge aus Pressspan oder Metall, wie sie in einigen Ländern üblich sind, lässt der Kanton Basel-Stadt gemäss seiner Wegleitung nicht zu.
Zur Innenausstattung gehören ein Vlies oder eine Polsterung als Unterlage, ein Kissen und eine Decke. Das Kissen ist oft mit Holzspänen gefüllt, die Bespannung aus Viskose oder Baumwolle. Die Stadt Zürich bietet ihre Grundsärge mit weisser Polsterung oder mit einer Füllung aus Holzwolle an.
Aussen kommen Griffe, Füsse und Zierschrauben dazu, auf Wunsch ein Kreuz oder ein anderes Zeichen auf dem Deckel. Bei manchen Modellen gibt es ein Sichtfenster. Die Farbe von Decke und Kissen können Sie meist wählen; viele Familien nehmen Weiss oder Crème, andere eine Farbe, die zur verstorbenen Person passt.
Was die verstorbene Person im Sarg trägt und was ihr beigelegt werden darf, steht unter Verstorbene waschen und ankleiden. In der Stadt Zürich können Angehörige Sarg oder Urne auch selbst bemalen. Dafür stehen Räume im Krematorium Nordheim zur Verfügung; Farbe und Pinsel sind inbegriffen, die Kosten beginnen bei rund CHF 66.

Für beide Bestattungsarten gilt: Das Material soll sich zersetzen. Der Kanton Bern schreibt in seiner Bestattungsverordnung vor, dass die Beisetzung in umweltverträglichem Sarg- oder Urnenmaterial erfolgen muss, das die Verwesung und den Abbau möglichst wenig behindert. Basel-Stadt verlangt einen Sarg aus biologisch leicht abbaubarem Holzmaterial.
Bei der Erdbestattung hat das einen praktischen Grund: Im Kanton Bern dauert die Grabesruhe mindestens 20 Jahre, und in dieser Zeit sollen sich Sarg und Körper zersetzen können. Wir raten deshalb auch für die Erde zu Weichholz ohne dicke Lackschicht. Ein schwerer Edelholzsarg ist möglich, bringt für die Beisetzung aber keinen Vorteil.
Für die Kremation machen die Krematorien eigene Vorgaben, und die unterscheiden sich:
Wir prüfen vor der Bestellung, was das zuständige Krematorium oder der Friedhof verlangt, damit kein Sarg zurückgewiesen wird. Wie die Kremation selbst abläuft, steht unter Kremation, die Beisetzung im Sarg unter Erdbestattung.
Für den Transport im Sarg über die Grenze braucht es einen Sarg mit verlöteter Zinkeinlage. Er wird nach dem Verschliessen nicht mehr geöffnet und ist deutlich schwerer. Mehr dazu unter Zinksarg und Transportsarg.
Die Preise hängen von Holz, Verarbeitung und Ausstattung ab und davon, was die Gemeinde übernimmt. Zwei öffentlich zugängliche Anhaltspunkte:
Fragen Sie nach einer Offerte mit dem Sarg als eigener Position. So sehen Sie, wie viel auf den Sarg entfällt und wie viel auf Leistungen. Einen Überblick über alle Posten einer Bestattung finden Sie unter Bestattungskosten in der Schweiz.
In einigen Kantonen und Städten gehört ein einfacher Sarg zur unentgeltlichen Bestattung. Wer einen anderen Sarg wünscht, kann ihn trotzdem wählen und bezahlt ihn dann selbst.
Der Gemeindesarg ist schlicht, aber würdig. Für viele Familien ist er die richtige Wahl, besonders bei einer Kremation, bei der der Sarg nur kurz zu sehen ist. Wo die Gemeinde keinen Sarg stellt, trägt die Familie die Kosten selbst. Wir klären ab, was Ihre Gemeinde übernimmt.
Eine schweizweite Vorschrift, die den Kauf beim Bestatter verlangt, haben wir nicht gefunden. In Basel-Stadt nennt die Wegleitung den Kauf eines privaten Sarges bei einem im Kanton zugelassenen Bestattungsunternehmen. Wer einen Sarg online oder bei einer Schreinerei bestellt, muss vor allem drei Dinge sicherstellen: dass er den Vorgaben von Krematorium oder Friedhof entspricht, dass er rechtzeitig geliefert wird und dass jemand die Einsargung übernimmt. Im Kanton Zürich veranlasst diese die Gemeinde.
Ökologische Särge gibt es auch in der Schweiz:
Für eine Erdbestattung lohnt sich ein Blick ins Friedhofreglement der Gemeinde: Es kann eigene Vorgaben zu Material und Grösse machen. Wenn Sie eine besondere Variante wünschen, sagen Sie es uns früh. Wir fragen vorher beim Krematorium oder bei der Friedhofverwaltung nach, ob sie angenommen wird.
Wir zeigen Ihnen Modelle in verschiedenen Holzarten und Preislagen, sagen offen, welche für Ihre Bestattungsart geeignet sind, und rechnen den Gemeindesarg an, wo es ihn gibt. Was nach der Kremation kommt, erklärt Urne auswählen. Den ganzen Ablauf finden Sie unter Erdbestattung und Kremation.
Fragen & Antworten
Ja. Auch bei einer Kremation wird die verstorbene Person im Sarg eingeäschert. Das Krematorium Bern verlangt dafür einen Sarg aus weichem, nicht lackiertem Holz.
Ein einfacher Tannensarg kostet ca. CHF 350 bis 1'050, Särge aus Edelholz ca. CHF 1'000 bis 4'000. In der Stadt Zürich und in Basel-Stadt ist ein einfacher Sarg für Einwohnerinnen und Einwohner unentgeltlich.
Ein einfacher Holzsarg, auf den alle Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons Basel-Stadt Anrecht haben, zusammen mit einem Leichenhemd und der Einsargung. Er ist Teil der unentgeltlichen Bestattung.
Eine schweizweite Vorschrift dagegen haben wir nicht gefunden. Der Sarg muss aber den Vorgaben von Krematorium oder Friedhof entsprechen, rechtzeitig da sein, und jemand muss die Einsargung übernehmen. In Basel nennt die Wegleitung zugelassene Bestattungsunternehmen.
Weichholz, vor allem Tanne, Fichte und Pappel. Edlere Hölzer wie Linde, Esche oder Mahagoni sind möglich, aber teurer. Basel-Stadt lässt Särge aus Pressspan oder Metall nicht zu.
Ja. Unbehandeltes Naturholz ist die einfachste Variante. Die Stadt Zürich bietet zudem einen Pilzsarg aus Pilz- und Hanffasern für ca. CHF 990 an. Ob ein Kartonsarg angenommen wird, entscheidet das Krematorium.