Trauerfloristik
Ein Strauss am Grab, ein Kranz mit Schleife, Schmuck auf dem Sarg: Blumen sagen, was schwer in Worte zu fassen ist. Hier steht, was in der Schweiz üblich ist.
Blumen zur Beerdigung gehören in der Schweiz fast immer dazu. Die Familie schmückt Sarg oder Urne, Gäste bringen einen Strauss oder schicken einen Kranz. Eine Vorschrift gibt es nicht, aber einige Gewohnheiten helfen bei der Wahl.
Diese Seite erklärt, welche Blumen und Farben verbreitet sind, welche Formen es gibt und wer üblicherweise was bringt. Dazu kommen Beispiele für Schleifentexte, Hinweise zum Bestellen und Liefern, Preise aus der Stadt Bern und was der Satz «statt Blumen» in der Todesanzeige bedeutet.
Die klassischen Trauerblumen sind Rosen, Lilien, Calla, Chrysanthemen und Nelken. Sie halten gut, wirken ruhig und sind das ganze Jahr erhältlich. Floristinnen ergänzen sie oft mit saisonalen Blumen und Grün.
Jeder Blume wird eine Bedeutung zugeschrieben. Diese Zuordnungen sind Tradition, keine Regel; niemand liest Ihren Strauss wie eine Botschaft.
Wenn Sie die verstorbene Person kannten, wählen Sie ruhig das, was zu ihr passt: Sonnenblumen für den Gärtner, Wiesenblumen für die Wanderin. Die Familie freut sich meist über solche Zeichen.
Saisonale Blumen sind oft frischer und günstiger als Importware. Im Frühling passen Tulpen oder Ranunkeln, im Herbst Astern oder Dahlien. Fragen Sie im Blumengeschäft, was gerade gut erhältlich ist.
Trauerfloristik gibt es in verschiedenen Formen. Die Preise hängen von Grösse, Blumen und Saison ab. Als Orientierung dienen die Richtpreise der Blumenläden der Stadt Bern auf den Friedhöfen (Merkblatt Trauerfloristik, abgerufen im Oktober 2026):

Wer bringt was? Den Sarg- oder Urnenschmuck bestellt in der Regel die engste Familie; er steht während der Abdankung im Mittelpunkt. Kränze und grosse Gestecke kommen oft von der weiteren Familie, von Vereinen, vom Arbeitgeber oder von einer Gruppe von Freunden, die zusammenlegen. Einzelne Gäste bringen meist einen kleinen Strauss oder eine einzelne Blume mit.
Blumen sind kein Muss. Wer keine bringt, kann seine Anteilnahme auch mit einer Karte zeigen; wie, steht unter Kondolieren in der Schweiz.
Kränze und Gestecke tragen oft eine Schleife mit einem kurzen Text. Auf dem einen Band steht der Abschiedsgruss, auf dem anderen der Name der Absender. Der Platz ist knapp, deshalb genügen wenige Worte.
Wählen Sie eine Schriftfarbe, die sich gut vom Band abhebt, etwa Gold oder Silber auf dunklem Band und Schwarz auf hellem. Prüfen Sie Namen und Schreibweise vor dem Druck; eine falsch geschriebene Schleife lässt sich am Tag der Abdankung kaum noch ersetzen.
Bestellen Sie bei einer Floristin oder einem Blumengeschäft in der Nähe des Friedhofs. In grösseren Städten gibt es Blumenläden direkt auf den Friedhöfen, in Bern zum Beispiel die Läden von Stadtgrün. Nennen Sie bei der Bestellung den Namen der verstorbenen Person, Datum, Zeit und Ort der Abdankung.
Wohin die Blumen geliefert werden, regelt die Gemeinde. In Wetzikon (ZH) etwa werden Blumen und Kränze laut Reglement in der Regel auf dem Friedhof abgegeben oder angeliefert. Wünscht die Familie die Blumen während der Abdankung in der Kirche, muss sie selbst für den Transport sorgen und die Kosten tragen.
Immer häufiger steht in Todesanzeigen ein Satz wie «Anstelle von Blumen bitten wir um eine Spende an …», gefolgt vom Namen einer Organisation und einer IBAN. Die Familie bittet damit, auf Blumen zu verzichten und stattdessen eine Organisation zu unterstützen, die der verstorbenen Person wichtig war.
Folgen Sie diesem Wunsch. Überweisen Sie direkt an die genannte Organisation und vermerken Sie den Namen der verstorbenen Person, damit die Spende zugeordnet werden kann. Den Betrag bestimmen Sie selbst; eine Erwartung gibt es dabei nicht.
Bei jüdischen Abdankungen sind Blumen nicht üblich; auf dem Jüdischen Friedhof Bern etwa gibt es in der Abdankungshalle weder Blumen noch Musik, weil sie nicht zur Tradition gehören. Bei Feiern anderer Religionen fragen Sie im Zweifel die Familie.
Wer trotz Spendenwunsch etwas Persönliches geben möchte, schreibt eine Karte. Sie ersetzt die Blumen nicht, zeigt aber, dass Sie an die Familie denken.
Bei einer Erdbestattung treten viele Gäste nach der Beisetzung einzeln ans Grab. Verbreitet ist, eine Blume ins Grab zu werfen oder neben das Grab zu legen; manchmal stellt die Familie dafür einen Korb mit Blumen bereit. Kränze und Gestecke legt das Friedhofpersonal neben oder auf das Grab.
Danach bleiben die Blumen eine Zeit lang liegen und werden dann abgeräumt. Wie lange, regelt das Friedhofreglement der Gemeinde:
Möchte die Familie einzelne Blumen behalten, etwa den Sargstrauss oder die Schleifen als Erinnerung, nimmt sie diese am besten am Tag der Beisetzung oder kurz danach mit. Bei einer Urnenbeisetzung im kleinen Kreis genügt oft ein einzelnes Gesteck.
Als Familie entscheiden Sie über den Sarg- oder Urnenschmuck und darüber, ob Gäste Blumen bringen oder lieber spenden sollen. Diesen Wunsch formulieren Sie in der Todesanzeige; den Blumenschmuck und den Ablauf der Feier organisieren wir mit Ihnen unter Trauerfeier.
Fragen & Antworten
Verbreitet sind weisse Rosen, Lilien, Calla, Chrysanthemen und Nelken. Rote Rosen kommen meist von den engsten Angehörigen. Die Lieblingsblume der verstorbenen Person ist ebenfalls eine gute Wahl.
Als Beispiel nennen die Blumenläden der Stadt Bern ab ca. CHF 350 für einen Bouquetkranz und ab ca. CHF 380 für einen Blütenkranz. Gestecke gibt es dort ab ca. CHF 150. Die Preise variieren je nach Geschäft, Grösse und Saison.
Auf ein Band kommt ein kurzer Gruss wie «In stillem Gedenken» oder «Du fehlst uns», auf das andere der Name der Absender. Kürzer ist meist besser.
Die Familie bittet, auf Blumen zu verzichten und stattdessen an eine genannte Organisation zu spenden. Vermerken Sie bei der Überweisung den Namen der verstorbenen Person.
In der Regel die engste Familie. Kränze und grössere Gestecke kommen oft von Verwandten, Vereinen oder Arbeitskollegen, einzelne Gäste bringen meist einen Strauss.
Das regelt die Gemeinde. In Schenkon (LU) etwa bis maximal sechs Wochen, auf dem Gemeinschaftsgrab in Stäfa (ZH) etwa zwei Wochen. Verwelkte Blumen räumt das Friedhofpersonal oft früher weg.