Trauerkleidung

Kleidung an der Beerdigung und Abdankung: was Sie anziehen

Dunkel, schlicht, dem Wetter angepasst: Mit wenigen Regeln sind Sie an jeder Abdankung richtig angezogen. Und wenn die Familie einen anderen Wunsch hat, geht dieser vor.

Die Frage nach der richtigen Kleidung an der Beerdigung stellt sich meist kurzfristig. Zwischen Todesanzeige und Abdankung liegen oft nur wenige Tage. Eine Vorschrift gibt es nicht; üblich ist in der Schweiz dunkle, schlichte Kleidung, sofern die Familie nichts anderes wünscht.

Hier finden Sie, was Frauen, Männer und Kinder tragen, wie Sie Hinweise wie «bunte Kleidung erwünscht» verstehen, was bei Hitze, Kälte und auf dem Friedhof hilft und worauf Sie in Kirche, Synagoge oder Moschee achten. Wie eine Abdankung abläuft, steht in einem eigenen Ratgeber.

Die Grundregel: dunkel, schlicht, gepflegt

Steht in der Todesanzeige oder im Leidzirkular nichts zur Kleidung, gilt Schwarz als sichere Wahl. Andere dunkle Töne sind ebenso angemessen: Dunkelblau, Anthrazit, Dunkelgrau, auch ein dunkles Violett. Wichtiger als der genaue Farbton ist, dass die Kleidung ruhig wirkt.

Die Kleidung soll nicht auffallen. An einer Abdankung steht die verstorbene Person im Mittelpunkt, nicht die Gäste. Gepflegt heisst dabei nicht teuer: Ein sauberes, dunkles Alltagsoutfit ist besser als ein neuer, auffälliger Anzug.

Jeans gelten in vielen Ratgebern als unpassend. Wer nur Jeans im Schrank hat, wählt die dunkelste, gepflegteste Hose ohne Abnutzung und kombiniert sie mit Hemd, Bluse oder Blazer. So wirkt auch eine einfache Kleidung respektvoll.

  • Einfarbig oder mit sehr dezentem Muster
  • Wenig und unauffälliger Schmuck, zurückhaltendes Make-up
  • Keine grellen Farben, keine Aufdrucke oder Logos
  • Keine Freizeitkleidung wie Trainerhosen, Shorts oder Badeschuhe

Von der engsten Familie erwarten viele Gäste eher klassische Trauerkleidung. Eine Pflicht ist das nicht. Entscheidet sich die Familie für Farbe, gibt sie den Ton vor, und die Gäste folgen ihr.

Für Angehörige zählt auch das Praktische: Sie stehen oft lange am Grab, nehmen Kondolenzen entgegen und gehen danach zum Leidmahl oder Trauerapéro. Bequeme Schuhe und eine Schicht zum An- und Ausziehen machen den Tag leichter. Wie Gäste kondolieren, erklärt der Ratgeber Kondolieren in der Schweiz.

Kleidung an der Beerdigung für Frauen und Männer

Frauen tragen an der Abdankung meist ein dunkles Kleid, einen Rock mit Bluse oder einen Hosenanzug. Auch eine dunkle Stoffhose mit Pullover oder Blazer ist angemessen. Üblich ist, dass Knie und Schultern bedeckt sind. Eine weisse oder helle Bluse unter einem dunklen Blazer ist in Ordnung, ebenso dunkle oder hautfarbene Strumpfhosen.

Männer tragen klassisch einen dunklen Anzug mit weissem oder hellem Hemd und einer dunklen, einfarbigen Krawatte. Ein schwarzer Anzug ist nicht zwingend; Dunkelblau oder Anthrazit sind ebenso üblich. Wer keinen Anzug besitzt, wählt eine dunkle Stoffhose mit Hemd und dunklem Pullover oder Veston. Das ist an vielen Abdankungen völlig angemessen, besonders bei einer kleinen oder freien Feier.

Steht kurzfristig nichts Passendes im Schrank, müssen Sie nichts kaufen. Eine dunkle Hose, ein schlichtes Oberteil und ein dunkler Pullover ergeben zusammen eine ruhige, angemessene Kleidung.

Brennende Kerze im Dunkeln
  • Frauen, passend — Etuikleid, Rock mit Bluse, Hosenanzug, Stoffhose mit Feinstrick; für kühle Kirchen ein Blazer, eine Strickjacke oder ein dunkler Schal
  • Männer, passend — dunkler Anzug oder Stoffhose mit Veston, dunkle Lederschuhe, dunkle Socken; bei einer freien Feier kann die Krawatte auch wegbleiben
  • Frauen, vermeiden — tiefe Ausschnitte, sehr kurze Röcke, Spaghettiträger, auffälliger Schmuck
  • Männer, vermeiden — Jeans mit Löchern, Sportschuhe in Signalfarben, Hemden mit grossem Aufdruck
  • Für alle — Mützen und Baseballmützen in Kirche und Abdankungshalle abnehmen; religiöse Kopfbedeckungen sind davon ausgenommen

Kinder und Jugendliche

Für Kinder braucht es keine formelle Trauerkleidung. Gepflegte Alltagskleidung in gedeckten Farben genügt. Auf Kleidung mit sehr grellen Farben oder fröhlichen Motiven verzichten Sie besser.

Wichtig ist, dass das Kind sich wohlfühlt. Eine Abdankung dauert, und auf dem Friedhof wird gestanden und gegangen. Weiche Stoffe, bequeme Schuhe und eine Jacke für draussen helfen mehr als ein neues Hemd, das kratzt. Jugendliche orientieren sich an der Kleidung der Erwachsenen.

Kleine Kinder machen sich schnell schmutzig, etwa beim Warten auf dem Friedhof. Eine zweite Hose oder ein Pullover im Auto nimmt Ihnen an diesem Tag eine Sorge ab. Lassen Sie ältere Kinder ruhig mitentscheiden, was sie tragen; das gibt ihnen ein Stück Sicherheit.

Ob und wie Kinder an der Feier teilnehmen, beschreibt der Ratgeber Kinder an der Beerdigung.

«Bunte Kleidung erwünscht»: Farbwünsche richtig verstehen

Immer öfter steht in Todesanzeigen ein Hinweis zur Kleidung. Manche Verstorbene haben sich zu Lebzeiten gewünscht, dass niemand in Schwarz kommt. Die Familie gibt diesen Wunsch dann weiter. Folgen Sie ihm: Er ist eine Einladung, das Leben der verstorbenen Person zu würdigen.

Bunt heisst dabei nicht festlich oder laut. Eine farbige Bluse, ein Hemd in der Lieblingsfarbe der verstorbenen Person oder ein heller Schal genügen. Die übrigen Regeln bleiben: gepflegt, bedeckt, ohne Aufdrucke.

  • «Bunte Kleidung erwünscht» — Farbe ist ausdrücklich willkommen; ganz in Schwarz zu erscheinen ist möglich, verfehlt aber den Wunsch
  • «Keine Trauerkleidung» — normale, gepflegte Kleidung; Schwarz ist nicht nötig
  • Eine bestimmte Farbe — etwa die Lieblingsfarbe; ein Accessoire in dieser Farbe genügt
  • Kein Hinweis — dunkel und schlicht

Ist der Hinweis unklar, fragen Sie jemanden aus dem Umfeld der Familie. Das ist keine unhöfliche Frage.

Manche Familien wünschen sich auch ein bestimmtes Detail, zum Beispiel die Farben des Lieblingsvereins oder ein Kleidungsstück, das an ein Hobby erinnert. Solche Wünsche stehen dann ebenfalls in der Anzeige. Sie geben der Feier eine persönliche Note und erleichtern vielen Gästen das Gespräch danach.

Sommer, Winter und Schuhe auf dem Friedhof

Viele Abdankungen enden mit einer Beisetzung im Freien. Auf grossen Friedhöfen sind die Wege lang: Der Friedhof am Hörnli in Basel, mit 54 Hektaren der grösste der Schweiz, ist nur ein Beispiel. Planen Sie also für Wetter und Weg, nicht nur für die Halle.

Bei einer Urnenbeisetzung im Wald oder in einem Gemeinschaftsgrab auf der Wiese stehen Sie oft auf weichem Boden. Hier sind wetterfeste, dunkle Schuhe wichtiger als elegante. Niemand nimmt es Ihnen übel, wenn Sie am Grab festes Schuhwerk tragen.

  • Sommer und Hitze — leichte, luftige Stoffe wie Leinen oder Baumwolle in dunklen Tönen; ein Kleid mit kurzen Ärmeln mit einem leichten Tuch über den Schultern; kurze Hosen bleiben unpassend
  • Sonne — eine schlichte Sonnenbrille ist am Grab in Ordnung; Wasser in der Tasche hilft besonders älteren Gästen
  • Winter und Kälte — dunkler Mantel statt bunter Funktionsjacke; Schal, Handschuhe und Mütze in gedeckten Farben; am Grab steht man lange still
  • Regen — ein dunkler oder neutraler Schirm; viele Abdankungshallen haben eine Garderobe
  • Schuhe — dunkel und standfest; auf Kies und Rasen sinken schmale Absätze ein, flache Schuhe oder ein breiter, niedriger Absatz sind sicherer

Religiöse Hinweise: Kirche, Synagoge, Moschee

In reformierten und katholischen Kirchen gelten keine besonderen Kleidervorschriften über die Grundregel hinaus. Wer an einer Feier einer anderen Religion teilnimmt, wird selten auf seine Kleidung angesprochen. Respektvoll ist es trotzdem, sich vorher kurz zu informieren; die Familie schätzt dieses Interesse meist.

Einige Räume haben eigene Gewohnheiten:

  • Jüdische Abdankung — Männer tragen eine Kopfbedeckung, etwa einen Hut oder eine Kippa; auf dem Jüdischen Friedhof Bern liegen Kippas für Besucher am Eingang der Abdankungshalle bereit. Dunkle Kleidung ist dort nicht verlangt, man trägt die üblichen Strassenkleider
  • Moschee — üblich sind lange, nicht enge Kleidung, bedeckte Schultern und Knie; Frauen bedecken in der Regel das Haar; vor dem Gebetsraum zieht man die Schuhe aus, saubere Socken sind deshalb hilfreich
  • Weiss als Trauerfarbe — in manchen Kulturen, etwa im Hinduismus, ist Weiss die Farbe der Trauer. Wer an einer solchen Feier teilnimmt, fragt am besten die Familie

Im Zweifel fragen Sie die Familie oder die Gemeinde. Eine Kopfbedeckung oder ein Tuch in der Tasche schadet nie.

Bei einer freien Feier ohne religiösen Rahmen gelten nur die Wünsche der Familie. Manche Familien laden ausdrücklich in Alltagskleidung ein, etwa zu einer Feier im Garten oder am See.

Wenn Sie selbst eine Abdankung organisieren

Haben Sie einen Wunsch zur Kleidung der Gäste, schreiben Sie ihn in die Todesanzeige oder ins Leidzirkular, am besten in einem kurzen Satz. Wie wir die Feier mit Ihnen planen, steht unter Trauerfeier.

Fragen & Antworten

Häufig gestellte Fragen

Muss man an einer Beerdigung Schwarz tragen?

Nein. Schwarz ist üblich, aber Dunkelblau, Anthrazit oder Dunkelgrau sind ebenso angemessen. Wünscht die Familie Farbe, geht dieser Wunsch vor.

Was ziehen Frauen an eine Abdankung an?

Ein dunkles Kleid, einen Rock mit Bluse, einen Hosenanzug oder eine Stoffhose mit Blazer. Üblich ist, dass Knie und Schultern bedeckt sind.

Was bedeutet «bunte Kleidung erwünscht»?

Die verstorbene Person oder die Familie wünscht ausdrücklich Farbe statt Schwarz. Eine farbige Bluse, ein Hemd oder ein Schal genügen; gepflegt und schlicht bleibt die Kleidung trotzdem.

Darf man im Sommer kurze Ärmel tragen?

Kurze Ärmel sind bei Hitze vertretbar, besonders mit einem leichten Tuch oder Blazer darüber. Kurze Hosen, Trägertops und Badeschuhe bleiben unpassend.

Was ziehen Kinder an eine Beerdigung an?

Gepflegte Alltagskleidung in gedeckten Farben genügt. Wichtig sind bequeme Schuhe und eine Jacke für den Friedhof.

Muss man in der Synagoge oder Moschee etwas beachten?

An einer jüdischen Abdankung tragen Männer eine Kopfbedeckung, oft liegen Kippas bereit. In der Moschee zieht man die Schuhe aus, und Frauen bedecken in der Regel das Haar.

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