Konfessionslose Bestattung
Ein würdiger Abschied ohne religiösen Rahmen oder mit Elementen aus mehreren Traditionen: freie Trauerfeier, Abdankungshalle der Gemeinde, Grab nach Ihrer Wahl.
Ohne Konfession
Eine konfessionslose Bestattung ist eine Bestattung ohne Kirche, Moschee oder anderen religiösen Rahmen. Sie ist in der Schweiz längst nichts Aussergewöhnliches mehr: Laut Bundesamt für Statistik gehörten 2022 34 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren keiner Religionsgemeinschaft an, zum ersten Mal die grösste Gruppe. Für viele Familien stellt sich deshalb die Frage, wie ein Abschied aussieht, der ehrlich zur verstorbenen Person passt.
Die Antwort ist fast immer einfacher als befürchtet. Die Abdankungshalle der Gemeinde steht allen offen, unabhängig von einer Kirchenmitgliedschaft. Statt eines Pfarrers spricht eine freie Rednerin oder jemand aus der Familie, die Musik wählen Sie selbst, und beigesetzt wird auf dem Friedhof, in einem Gemeinschaftsgrab oder in der Natur.
Ebenso häufig begleiten wir Familien, in denen verschiedene Glaubensrichtungen zusammenkommen, oder in denen die verstorbene Person nicht glaubte, die Angehörigen aber schon. Auch dafür gibt es gute Formen. Was eine Trauerfeier allgemein umfasst und kostet, steht unter Trauerfeier und Abdankung.

Ablauf
Was hat die verstorbene Person geglaubt oder bewusst nicht geglaubt? Gibt es schriftliche Wünsche? Wer in der Familie hat welche Erwartungen? Aus diesem Gespräch ergibt sich die Form der Feier.
Die Abdankungshalle der Gemeinde, ein Saal, ein Restaurant, ein Garten oder ein Ort in der Natur. Wir klären Verfügbarkeit, Gebühren und Regeln des Ortes ab.
Eine freie Rednerin oder ein freier Redner, eine Person aus der Familie oder dem Freundeskreis, oder mehrere nacheinander. Wir vermitteln Rednerinnen und stimmen die Beiträge aufeinander ab.
Lieblingsmusik ab Aufnahme oder live, Kerzen, Fotos, Blumen oder ein Erinnerungstisch. Auch Elemente aus einer Religion haben Platz, wenn sie der Familie etwas bedeuten.
Urnengrab, Erdgrab, Gemeinschaftsgrab oder Naturbestattung: Die Grabart hängt nicht von einer Konfession ab. Wir holen die Konditionen der Gemeinde ein und organisieren die Beisetzung.
Wir sind vor Ort, halten den Ablauf ein und kümmern uns um alles Organisatorische, damit Sie sich auf den Abschied konzentrieren können.
Im Detail
Wer keiner Religionsgemeinschaft angehört und eine freie Feier möchte, sollte das aufschreiben. Im Kanton Zürich richtet sich die Bestattung in erster Linie nach dem Willen der verstorbenen Person; fehlt eine Erklärung und sind sich die Angehörigen nicht einig, entscheidet die Gemeinde und berücksichtigt dabei auch die Traditionen der Religionsgemeinschaft der verstorbenen Person. In Familien mit verschiedenen Glaubensrichtungen verhindert ein kurzes, unterschriebenes Blatt viele schwierige Gespräche. Wie Sie Ihre Wünsche festhalten, steht unter Bestattungsvorsorge.
Die Bundesverfassung hält fest, dass niemand gezwungen werden darf, eine religiöse Handlung vorzunehmen. Für die Bestattung heisst das: Eine religiöse Zeremonie ist nirgends Pflicht. Die Kantone regeln den Rest ähnlich offen. Im Kanton Zürich wird der Wille der Angehörigen ausdrücklich auch für Inhalt und Ablauf der Abdankung beachtet, und das Basler Bestattungsgesetz verlangt, der Vielfalt von Bestattungsritualen und persönlichen Wünschen Rechnung zu tragen.
Wichtig für die Praxis: Die Gemeinden stellen einen eigenen Raum für die Abdankung zur Verfügung; im Kanton Zürich schreibt die Bestattungsverordnung das vor. Die Abdankungshalle steht damit auch ohne Kirchenmitgliedschaft offen.
Die Grabart ist von der Konfession unabhängig. Welche Formen es gibt, steht unter Grabarten in der Schweiz, was nach einer Kremation möglich ist, unter Urnenbeisetzung.
Bei einer Abdankung ohne Pfarrer übernimmt meist eine freie Rednerin die Leitung. Sie führt vorher ein ausführliches Gespräch mit der Familie und schreibt daraus eine Rede über das Leben der verstorbenen Person. Freie Rednerinnen und Redner in der Deutschschweiz nennen dafür auf ihren Webseiten Honorare von rund CHF 900 bis 1'800, inklusive Vorgespräch und Rede. Ebenso gut kann jemand aus der Familie oder dem Freundeskreis sprechen; wir helfen, den Ablauf zu strukturieren.
Was eine freie Feier persönlich macht, sind oft kleine Dinge: ein Lied, das die verstorbene Person gern hörte, eine Kerze, die jede Person anzündet, Fotos aus verschiedenen Lebensabschnitten, ein Moment der Stille, eine Blume, die am Grab niedergelegt wird. Manche Orte haben dafür eigene Regeln: Am Gemeinschaftsgrab der Stadt Bern werden Blumen an gemeinsamen Plätzen niedergelegt, unter den Gemeinschaftsbäumen der Stadt Zürich ist Blumenschmuck nicht vorgesehen. Wir klären das vorher ab.
Wie Rede, Musik und Ablauf im Einzelnen entstehen, beschreibt der Ratgeber Trauerfeier planen.
In vielen Familien treffen mehrere Glaubensrichtungen aufeinander, oder ein Teil der Familie ist religiös, ein anderer nicht. Eine Feier muss dann nicht alle Erwartungen in einer Form vereinen. Bewährt haben sich einige einfache Wege:
Bei der Grabwahl lohnt sich eine Frage vorab: Manche Gemeinden führen besondere Grabfelder für eine Religionsgemeinschaft. Wenn Partner verschiedener Konfession später gemeinsam ruhen möchten, klären wir mit der Friedhofsverwaltung, welche Grabart das ermöglicht.
Fragen & Antworten
Eine Bestattung ohne religiösen Rahmen, ohne Pfarrer, Imam oder andere Geistliche. Ablauf, Bestattungsart und Grab sind dieselben wie bei jeder anderen Bestattung; der Unterschied liegt in der Feier, die frei gestaltet wird. Viele Menschen sprechen auch von einer Bestattung ohne Religion oder einer weltlichen Bestattung.
Ja. Eine religiöse Zeremonie ist keine Voraussetzung für eine Bestattung. Die Gemeinden stellen den Raum für die Abdankung und das Grab zur Verfügung, unabhängig von einer Kirchenmitgliedschaft. In der Stadt Zürich etwa ist die Abdankungshalle für Einwohnerinnen und Einwohner unentgeltlich.
Meist ähnlich wie eine kirchliche Abdankung: Musik zum Beginn, Begrüssung, eine Rede über das Leben der verstorbenen Person, persönliche Worte von Angehörigen, ein Moment der Stille und zum Schluss Musik. Die Reihenfolge und jedes Element bestimmen Sie selbst.
Freie Rednerinnen und Redner in der Deutschschweiz nennen auf ihren Webseiten Honorare von rund CHF 900 bis 1'800, inklusive Vorgespräch und Rede. Die Abdankungshalle ist in vielen Gemeinden für Einwohner unentgeltlich. Dazu kommen je nach Wunsch Musik, Blumen, Druck und Bewirtung; wir führen jede Position in der Offerte einzeln auf.
Ja. Viele Familien teilen die Rede auf: Eine Person erzählt den Lebenslauf, andere sprechen kurz über eigene Erinnerungen. Wichtig ist eine klare Reihenfolge und eine Person, die durch die Feier führt. Wir helfen bei der Planung.
Häufig mit einer freien Feier, die Raum für religiöse Elemente lässt: ein Gebet, ein Segen, ein Text aus einer Tradition. Eine andere Möglichkeit sind zwei Teile, ein Gebet im engsten Kreis und eine offene Feier für alle. Wir besprechen mit allen Beteiligten, was jeder Seite wichtig ist.
Auf dem Friedhof der Gemeinde wie alle anderen, im Urnen- oder Erdgrab, im Familiengrab oder im Gemeinschaftsgrab. Nach einer Kremation ist auch eine Naturbestattung möglich. Die Wahl der Grabart hängt nicht von einer Religionszugehörigkeit ab.
Ratgeber
Ablauf einer Abdankung, religiös oder frei gestaltet, Trauerrede und Musik — mit einer Checkliste für das Planungsgespräch.
Reihengrab, Familiengrab, Gemeinschaftsgrab oder Naturbestattung im Vergleich — mit Grabesruhe, Pflegepflicht und dem, was nach 20 Jahren passiert.
Gebühren in Zürich, Bern und Basel im Vergleich, was die Gemeinde übernimmt, was Angehörige selbst zahlen und wer zahlt, wenn der Nachlass nicht reicht — mit Quellen.
Weitere Dienstleistungen
Die klassische Bestattung im Sarg — Grabwahl, Termin, Zeremonie und alle Formalitäten.
Mehr erfahrenFeuerbestattung mit anschliessender Urnenbeisetzung, Naturbestattung oder Überführung der Urne.
Mehr erfahrenAbdankung, Aufbahrung und Abschiednahme — religiös oder frei gestaltet, ganz persönlich.
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