Trauerdruck
Die persönliche Todesnachricht per Post: wie sie sich von Todesanzeige und Danksagung unterscheidet, was hineingehört und wie sie vor der Abdankung ankommt.
Ein Leidzirkular ist eine gedruckte Todesnachricht, die die Familie per Post an einen ausgewählten Kreis schickt: Verwandte, Freunde, Nachbarn, Vereine, Arbeitgeber. Der Begriff ist typisch für die Schweiz. Ein Leidzirkular teilt den Tod mit und lädt zugleich zur Abdankung ein.
Dieser Ratgeber erklärt den Unterschied zur Todesanzeige in der Zeitung und zur Danksagung, was die Formel «gilt als Leidzirkular» bedeutet, wie ein Leidzirkular aufgebaut ist und wie es rechtzeitig ankommt. Die Textbausteine weiter unten sind Muster mit Platzhaltern, ohne Daten echter Personen.
Die drei Drucksachen haben verschiedene Aufgaben und kommen zu verschiedenen Zeitpunkten:
Im Alltag werden Todesanzeige und Leidzirkular oft gleichbedeutend gebraucht. Das hat einen Grund: Laut dem Schweizerischen Verband der Bestattungsdienste sind Inhalt und Formulierung der Leidzirkulare meistens identisch mit dem Text der Todesanzeige in der Zeitung.
Ein Bestattungsinstitut empfiehlt deshalb, zuerst den Text für das Leidzirkular zu schreiben. Die kürzere Fassung für die Zeitung lässt sich danach platzsparend daraus ableiten.
Davon zu unterscheiden ist die amtliche Bestattungsanzeige. Viele Gemeinden veröffentlichen Personalien sowie Ort und Zeit der Abdankung, in Wetzikon (ZH) etwa in den amtlichen Mitteilungsblättern. Diese Meldung ist knapp und erreicht nicht alle, die die Familie persönlich benachrichtigen möchte. Einige Zeitungen bieten zudem eine Kurzrubrik mit Name, Ort, Todesdatum, Alter und Datum der Feier an.
Am Ende mancher Todesanzeige steht der Satz «Gilt als Leidzirkular». Er bedeutet: Die Familie verschickt keine persönlichen Briefe. Wer die Anzeige liest, ist damit benachrichtigt und eingeladen, als hätte er ein Leidzirkular erhalten.
Die Todesanzeige ersetzt in diesem Fall den Postversand. Das kommt vor, wenn Adressen fehlen, die Zeit bis zur Abdankung sehr knapp ist oder der Kreis zu gross wäre. Für Bekannte heisst das: Warten Sie nicht auf Post, und nehmen Sie es nicht persönlich, wenn keine kommt.
Wer niemanden übersehen möchte, macht beides. Das Vorsorgeformular «Anordnungen im Todesfall» der Zürcher Kantonalbank fragt deshalb getrennt nach Todesanzeige und Leidzirkular und sieht vor, eine Adressliste beizulegen.
Ein Leidzirkular erspart der Familie zudem viele Telefonate. Ein Bestattungsunternehmen in der Region Solothurn weist darauf hin, dass das Gespräch am Telefon oft länger dauert als das Adressieren, und dass bei mündlicher Weitergabe leichter Missverständnisse über Zeit und Ort entstehen.

Feste Regeln gibt es nicht. Bewährt hat sich eine Reihenfolge, die Schweizer Bestattungsinstitute und Trauerportale in ähnlicher Form vorschlagen:
Ein Leidmahl wird im Text erwähnt, wenn alle eingeladen sind. Gilt die Einladung nur für einen Teil der Empfänger, liegt eine separate Leidmahlkarte bei; mehr dazu unter Leidmahl und Trauerapéro.
Prüfen Sie Namen, Schreibweisen, Daten, Uhrzeiten und Orte mit einer zweiten Person. Ein Fehler lässt sich nach dem Versand kaum noch korrigieren, und eine falsche Uhrzeit schickt Gäste zur falschen Zeit an den falschen Ort.
Die folgenden Bausteine sind Beispiele. Ersetzen Sie die Angaben in eckigen Klammern und wählen Sie pro Teil eine Variante, die zur verstorbenen Person und zur Familie passt:
Religiöse Verse, weltliche Zitate oder ein Satz der verstorbenen Person selbst sind gleichermassen möglich. Lebt ein Teil der Familie im Ausland, kann der Text auch zweisprachig gesetzt werden.
Die meisten Familien lassen das Leidzirkular über das Bestattungsinstitut drucken. Üblich ist eine Karte oder ein gefalteter Doppelbogen mit passendem Couvert. Ein Schweizer Bestattungsinstitut nennt als Leidzirkular-Format einen Doppelbogen von 180 × 225 mm, offen, und ein Couvert von 189 × 120 mm, daneben die Formate C5 und C6.
Schnell geht es trotzdem. Ein Bestattungsunternehmen in Bern gibt an, für Traueranzeige und Leidzirkulare in der Regel nur wenige Stunden zu brauchen, auch an Wochenenden. Praktisch sind diese Schritte:
Entscheidend ist der Zeitpunkt: Das Leidzirkular muss vor der Abdankung beim Empfänger sein, sonst verfehlt es seinen Zweck. Bis zur Abdankung bleiben oft nur wenige Tage; die Fristen erklärt Beerdigung in der Schweiz. Für die Todesanzeige in der Zeitung gilt als Richtwert, dass sie zwei bis drei Tage vor der Abdankung erscheint.
Wird erst nach einer Feier im engsten Kreis verschickt, sollte der Text das sagen, etwa: «Die Abdankung hat im engsten Familienkreis stattgefunden.» Dann ist das Leidzirkular eine Mitteilung, keine Einladung mehr.
Neben dem Brief verbreiten viele Familien die Nachricht heute zusätzlich digital. Ein Bestattungsunternehmen in der Region Solothurn weist darauf hin, dass sich die Todesnachricht auch per E-Mail verschicken lässt, wenn die Adressen vorhanden sind. Todesanzeigen erscheinen zudem auf den Trauerportalen der Zeitungen.
Eine Vorschrift gibt es nicht. Wer keine E-Mail nutzt, erfährt auf digitalem Weg nichts; viele Familien kombinieren deshalb Post und E-Mail. Wer ein Leidzirkular erhält und antworten möchte, findet Hinweise unter Kondolieren.
Wir schreiben den Text mit Ihnen, lassen ihn drucken und übernehmen auf Wunsch Adressierung und Versand; mehr dazu unter Todesanzeige und Trauerdruck. Was an der Feier selbst geschieht, steht unter Abdankung in der Schweiz.
Fragen & Antworten
Ein Leidzirkular ist eine gedruckte Todesnachricht, die die Familie per Post an Verwandte, Freunde und Bekannte schickt. Es teilt den Tod mit und lädt zur Abdankung ein. Der Text entspricht meist der Todesanzeige in der Zeitung.
Die Familie verschickt keine persönlichen Briefe. Die Todesanzeige in der Zeitung ersetzt das Leidzirkular: Wer sie liest, gilt als benachrichtigt und eingeladen.
So früh wie möglich, damit es vor der Abdankung ankommt. Bis zur Feier bleiben oft nur wenige Tage, deshalb lohnt es sich, die Adressliste sofort zu beginnen.
Das Leidzirkular kommt vor der Abdankung und lädt ein. Die Danksagung folgt danach, in der Regel innert zwei bis drei Wochen, und dankt für Anteilnahme, Blumen und Spenden.
Ja, eine Vorschrift gibt es nicht. Viele Familien schicken zusätzlich ein PDF per E-Mail, etwa an Angehörige im Ausland, und behalten den Postversand für alle anderen bei.
Eine Pflicht gibt es nicht. Üblich ist eine Kondolenzkarte an die angegebene Traueradresse oder die Teilnahme an der Abdankung, wenn Sie eingeladen sind.